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Vorweg eine gute Nachricht zur skandalösen, praxisüblichen Kastration der Eberferkel: Neuland beweist: Kastration ist ohne großes Leiden für die Eberferkel möglich!
Bericht über die Kastration der Eberferkel bei Neuland: www.tierschutz-landwirtschaft.de/Kastration_nach_Neuland_Juni_2009.pdf
Die praxisübliche Kastration der Eberferkel ist Tierquälerei
Die angebliche Notwendigkeit der Kastration von Eberferkeln wird damit begründet, daß sonst mit Eintritt der Ge- schlechtsreife der unangenehme, geschlechtsspezifische Ebergeruch besonders bei der Erwärmung des Fleisches auftreten würde.
In Deutschland wird im Gegensatz zu anderen EU-Ländern (z. B. Großbritannien, Dänemark) keine Ebermast durch- geführt: Alle Bundesregierungen weigerten sich nämlich bislang, die EU-Richtlinie EWG-64/433 vom 29.06.1991 innerhalb der vorgesehenen Frist, also bis zum 31.12.1992 (!), in nationales Recht umzusetzen, weil die deutsch Fleischwirtschaft die Ebermast ablehnt
Das Fleisch von Eberferkeln ist genießbar, wenn die Tiere noch vor Eintreten der Geschlechtsreife geschlachtet werden, also bevor sich der Ebergeruch entwickelt. Allein schon deshalb gibt es keinen Grund, diese äußerst schmerzhafte Prozedur durchzuführen.
Die Ferkelerzeuger praktizieren das Kastrieren gemäß § 5 (3) 1 Tierschutzgesetz (TierSchG). Obwohl § 6 (1) (TierSchG) "das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entneh- men oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres" verbietet, gestattet dieser Paragraph gleich im nächsten Satz diverse Ausnahmen, wobei die Kastration unter vier Wochen alter Ferkel in Abs. 2, 2 geregelt ist.
   1. Schnitt durch die Haut 2. Herausdrücken der Hoden 3. Abschneiden der Hoden. Es erfolgt nur eine Desinfektion mit antibiotikahaltigem Spray oder Puder, aber keine Schmerzstillung! Alles dies machen Landwirtein Deutschland routinemäßig bei allen Eberferkeln ohne Betäubung, nur weil es so billiger ist! © NN (Wer kann uns mitteilen, wer der Urheber / die Urheberin ist?)
Ausweislich z. B. der Untersuchung von Waldmann/Otto/Bollwahn (Dtsch. Tierärztl. Wschr., 101, 81 -132, Heft 3, März 1994), aber auch diverser Praktiker ist der Vorgang für die Ferkel mit erheblichem Streß und starken Schmerzen verbunden. Das beginnt mit dem ängstlichen Quieken des ersten gegriffenen Ferkels, setzt sich fort über das Einhän- gen in den Halter, das zweimalige Öffnen der Tiere im Bereich der beiden Hoden, das Herausdrücken der Gonaden und das Durchtrennen der Samenleiter Blutgefäße und Nervenbahnen, es setzt sich fort während der Wundbehandlung mittels antibiotikahaltiger Sprays oder Tinkturen und endet nicht einmal mit dem Zurücksetzen des letzten Kastraten ("Börge"). Besonders bemerkenswert ist die perfide Argumentation des Gesetzgebers. In § 5 (2), 1. heißt es: "Eine Betäubung ist nicht erforderlich, 1. wenn bei vergleichbaren Eingriffen am Menschen eine Betäubung in der Regel unterbleibt oder der mit dem Eingriff verbundene Schmerz geringfügiger ist als die mit einer Betäubung verbundene Beeinträchtigung des Befindens des Tieres".
Kastrationen und andere zur Anpassung der Tiere an vorgebliche Bedürfnisse des Menschen vom Betäubungsgebot ausgenommene Eingriffe werden beim Menschen überhaupt nicht vorgenommen (z. B. das Schnabelkürzen, das ver- gleichbar mit dem Abschneiden der Lippe ist und Enthornung) oder sie erfolgen beim Menschen in der Regel unter Lokalanästhesie (z. B. Abschleifen der Zähne).
Die Position der "Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung" - Tierschutzfachverband" e. V. (AGfaN) ist eindeutig:
Eine Kastration in Vollnarkose kommt wegen der erheblichen Neben- und Nachwirkungen nicht in Betracht. Auch eine örtliche Betäubung scheidet zumindest solange aus, wie es keine Präparate gibt, die sicher und über die erforderliche Zeit hinweg wirksam sind.
Die AGfaN e.V. lehnt die betäubungslose Kastration von Nutztieren, insbesondere diejenige der männlichen Ferkel als ausgesprochen tierquälerische Maßnahme strikt ab, weil sie in keiner Weise dem Wohl des Tieres dient. Wir sehen als einzige Alternative derzeit nur die Ebermast bis ca. 65 kg Lebendgewicht, auch wenn dies bedeutet, dass - gleich hoher Fleischverbrauch vorausgesetzt - dann mehr Ferkel "produziert" / "erzeugt" werden müssten. Das Sperma- Sexing ist offenbar noch nicht praxisreif. Wir sehen dieses verfahren allerdings nicht als ethisch vertretbare Lösung an, weil sie nur in Verbindung mit künstlicher Befruchtung (KB) der Sauen möglich ist, die u. E. gegen die Würde der Tiere als Mitgeschöpf verstößt, aber eigentlich auch gegen die der daran beteiligten Personen.
Verfasser: Eckard Wendt
Etappen-Erfolg im Kampf gegen die betäubungslose Kastration der Eberferkel: Bei “Neuland” keine betäubungslose Kastration mehr seit Mai 2008!
Stellungnahmen Bundestierärztekammer (weiter unter “Tierschutz”, dann bis “Downloads” scrollen und dort anklicken)
... und das meint Bundeskanzlerin Merkel zu dieser Tierquälerei?
Dr. Angela Merkel (CDU): Es sind ja nur Tiere!
Vorgeschichte: Während der “Internationalen Woche” (IGW) besuchte die Vorsitzende der CDU-/CSU- Bundestagsfraktion am 25.01.2005 auch den “ErlebnisBauernhof”. In ihrem Gefolge befanden sich u. a. auch Petra Wernicke, die Landwirtschaftsministerin von Sachsen- Anhalt (CDU). Geführt wurde die Gruppe vom Präsidenten des Deutschen Bauernver- bandes (DBV), Gerd Sonnleitner. Unter den Pressevertretern war auch Eckard Wendt, Vorsitzender der “Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung” e.V. (AGfaN). Sonnleitner lobte an den Ständen mit Tieren die Zustände in der Tierhaltung- spraxis in höchsten Tönen. So wies er u. a. auf die Sau- berkeit hin, ohne zu erwähnen, dass die Ställe auf dem “ErlebnisBauernhof” im Gegensatz zum Alltag täglich gereinigt werden. Als Sonnleitner und Merkel das Flatdeck mit Mastschwei- nen verlassen wollten, rief Wendt dazwischen: “Über die betäubungslose Kastration hat Herr Sonnleitner Ihnen noch nichts gesagt!” Frau Wernicke versuchte dieses Pro- blem mit den Worten herunterzuspielen, dass dieses Vor- gehen allgemein üblich ist und es doch nur Ferkel seien. Halb im Gehen wandte sich auch Frau Merkel an mich mit der Bemerkung: “Das sind doch nur Tiere!” Angela Merkel im Gespräch mit Gerd Sonnleitner (Foto: E. Wendt)
Wie es bei der Kastration der Eberferkel zugeht, sehen Sie oben.
... und Dr. Frau Merkel meint dazu: „Das sind ja nur Tiere!“
Ausführliche Informationen zur tierquälerischen betäubungslosen Ferkelkastration finden Sie hier
Daraufhin wandte ich mich am 02.02.05 mit diesen Brief an Frau Merkel:
betrifft: Ferkelkastration Bezug: IGW / Erlebnisbauernhof Sehr geehrte Frau Merkel! Während Ihres Rundgangs über den „Erlebnisbauernhof“ der IGW in Halle 3.2 kamen Sie auch an das Mastschweine-Flatdeck. Dort thematisierte ich die bei allen Eberferkeln ohne Betäubung durchgeführte Kastration. Sie bekundeten Ihre Ansicht, diese Maßnahme sei in der beschriebenen Form gerechtfertigt, indem Sie die zuvor von einem anderen Teilnehmer verwendete Formulierung, „Das sind doch nur Tiere!“, übernahmen. Wie Sie an meiner Reaktion merkten, teile ich (wie wohl alle Tierschützer) Ihre Ansicht keineswegs. Die Kastration stellt u. E. nämlich einen massiven Eingriff dar, der für die betroffenen Ferkel mit erheblichen Schmerzen verbunden ist. Ich habe nach meiner Rückkehr unserem Vorstand über Ihre Äußerung informiert. Es ist für uns, die wir auch alle Mit- glied im Verein „Aktion Kirche und Tiere“ e.V. (AKUT) sind, schlichtweg nicht nachvollziehbar, wie Sie, die Sie sich sonst auf christliche Grundwerte berufen, diese Einstellung meinen rechtfertigen zu können. Deshalb bitten wir Sie hiermit um Ihre Begründung für die Billigung der betäubungslosen Kastration. Mit freundlichen Gruß (Eckard Wendt)
Weil wir keine Antwort erhielten, erinnerten wir wir Frau Merkel mit zwei Einschreiben, davon das zweite am 04.07.05 mit Rückschein, an diesen unerledigten Vorgang. Am 07. Juli erhielten wir dann endlich von Herrn Dr. Thomas Goldhammer, seines Zei- chens Referent der (CDU-) “Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Land- wirtschaft” (Vorsitzender: Peter Harry Carstensen), per Fax ein Schreiben z. K., das mit dem Datum “15.03.05” versehen war (Fettdruck zur Hervorhebung durch den Bericht- erstatter):
Sehr geehrter Herr Wendt, Ihr Schreiben vom 2. Februar d. J. an Frau Merkel ist an mich weitergeleitet worden, mit der Bitte, Ihnen eine Antwort zukommen zu lassen. Wie Sie sehen, habe ich lange gezögert, weil ich ja schließlich nicht bei dem Rundgang auf der grünen Woche dabei war. Ich kann nur darauf hinweisen - und das wissen Sie genauso - dass nach der aktuellen Gesetzeslage das Kastrieren von unter 4 Wochen alten Ferkeln gesetzlich gerechtfertigt ist. Bitte haben Sie dafür Verständnis, wenn ich als Dritter nicht zu der Aussage von Frau Dr. Merkel Stellung nehmen kann. Ich will nur bemerken, dass ich selbst oft bei der Kastration von Ferkeln dabei war und von daher die von Ihnen vorgenommene Beurteilung der Auswirkungen der Kastration in dieser Form nicht ganz mitvollziehen kann. Gleichwohl ist die Ferkelkastration in Diskussion, ich nenne dabei nur das Stichwort “Immunokastration”. Ob allerdings der Einsatz eines Medikamentes die Lösung ist, bleibt dahin gestellt. Ein weiterer Weg wäre die Betäubung, wobei zu fragen wäre, von wem diese durchgeführt werden darf. Eine konkrete Vorlage von Regierungsseite liegt dazu allerdings nicht vor. Ich schlage vor, es bei diesem Schriftwechsel zu belassen, weil erfahrungsgemäß ein erneutes Schreiben an Frau Dr. Merkel wieder bei mir auf dem Tisch landen wird. Dies ist übrigens keine Missachtung Ihrer Person, sondern hängt einfach mit dem Arbeitsanfall bei einer Fraktionsvorsitzenden und dem Arbeitsplan einer Fraktion zusammen. Mit freundlichen Grüßen (Dr. Thomas Goldhammer)
Fakt ist also: Frau Merkel antwortete weder persönlich, noch autorisierte sie Herrn Dr. Goldhammer, in ihrem Namen Stellung zur angesprochenen Äußerung zu beziehen. Von Herrn Dr. Goldhammer wollten wir zudem auch keine Antwort haben. Deshalb wandten wir uns am 07.07.05 per Einschreiben mit Rückschein und dem Zustellvermerk “eigenhändig” zum vierten Male an Frau Merkel:
betrifft: Ferkelkastration Bezug: 1. IGW / Erlebnisbauernhof 2. Antwortschreiben vom 15.03.05
Sehr geehrte Frau Merkel! Leider erhielten wir erst heute Kenntnis von dem von Herrn Dr. Goldhammer in Ihrem Auftrag (?) verfaßten Antwortschreiben. Herr Dr. Goldhammer stellt darin zutreffend fest: “Bitte haben Sie dafür Verständnis, wenn ich als Dritter nicht zu der Aussage von Frau Dr. Merkel Stellung nehmen kann.“ Es ging uns gerade um Ihre persönliche Stellungnahme. Darum bitten wir Sie heute nochmals um Ihre persönliche Stellungnahme. Mit freundlichem Gruß (Eckard Wendt)
Bis zum 10.09.05 erhielten wir keine Antwort. Damit hat Frau Dr. Merkel die ihr über sieben (!) Monate wiederholt gebotene Chance vertan, ihre oben zitierte, unsere Mitgeschöpfe verachtende Einlassung zu relativieren oder ganz zurück- zunehmen!
Halten wir also fest: Für Frau Dr. Merkel sind Tiere offenbar weiterhin nichts als Sachen, die auch die schlimmsten Quälereien, wie die betäubungslose Kastration, das betäubungslose Schnabelkürzen, das betäubungslose Veröden der Hornansätze bei Rindern durch Verätzen oder elektrisches Ausbrennen, das Einsperren in Dunkelställe, das jahrelange Einpferchen in engste Eisengittergestelle wie die Kastenstände für Sauen und in enge Drahtgitterkäfige über sich ergehen zu lassen haben, weil es ja “nur Tiere” sind. Pastorentochter Merkel, die sich so gern auf christliche Werte beruft, sollte endlich mal wieder die Bibel zur Hand nehmen und zum Beispiel Sprüche 12,10 lesen: “Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.” An dieser Stelle steht ein Hinweis auf 2. Mose 23,5, wo es heißt: “Wenn Du den Esel deines Widersachers unter seiner Last liegen siehst, so lass ihn ja nicht im Stich, sondern hilf mit ihm zusammen dem Tiere auf.” (Quelle für diese Übersetzung: http://www.bibleserver.com/index.php?PHPSESSID=c3d48fd25c23a14acfb3e771ce12b1b6)
PS: Wie wir am 10.11.05 aus der Presse erfuhren, meint Frau Merkel, wenn sie in der Bundesrepublik und nicht in der “DDR” aufgewachsen wäre, wäre sie wahrscheinlich Lehrerin geworden. Es ist kaum vorstellbar, welche seelischen Schäden diese Frau bei den ihr anvertrauten Kindern, aber auch bei den Jugendlichen mit ihrer die Mitschöpfung zutiefst verachtenden Grundhaltung bewirkt hätte!
Verfasser: Eckard Wendt
Nachtrag (Juni 2008): Es ist uns weder ein Sinneswandel noch eine anderslautende Stellungnahme der Kanzlerin bekanntgeworden.
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